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Montag, 30. Juli 2012

Zwischen Staat und Religionsfreiheit

Seit einigen Wochen schwelt das "Beschneidungsurteil von Köln" durch die deutschen Amtsstuben:
So wurde vom hiesigen Gericht entschieden, dass die medizinisch nicht notwendige Beschneidung eines Kindes der Körperverletzung gleich steht und somit verboten ist.
Von einem Einverständnis des Probanden könne schließlich eindeutig nicht ausgegangen werden.

Nach dem dem Grundgesetz Art. 2 Abs. 2 war dieses Urteil genau so zu erwartetn. Denn ein "Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden."

Ausgerechnet der Zentralrat der Juden unterstellt aber nun daraus seither, dass in Deutschland somit "jüdisches Leben nicht mehr nötig sei", schließlich sei die Beschneidung am achten Tage eine Vorschrift des Glaubens; wohin gegen muslimische Verbände sich durchaus mit dem Kompromiss anfreunden können, die im Glauben "empfohlene" Beschneidung auch mit heranreifen des Kindes durch zu führen.
Für den Zentralrat der Juden ist dieser Schritt "Indiskutabel", schließlich wären unbeschnittene Glaubensbrüder nicht "vollwertig" und würden somit intern diskriminiert.

Der heikle Punkt, dass auch in Glaubensgemeinschaften "Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden (.) (und) Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden (darf)" (Grundgesetz Art. 3 Abs. 3) wird dabei geflissentlich übersehen.
Im Umkehrschluss darf niemand - schon garnicht in einer Glaubensgemeinschaft - diskriminiert werden, weil er nicht so religiös wie seine Glaubensbrüder lebt.

Genau zu diesem Punkt gibt es aktuell einen interessanten Streit - ausgerechnet in der Eifel:
Dort hat ein Richter in einem Sorgerechtsstreit entschieden, dass der Wunsch des Vaters die Kinder in den Religionsunterricht zu schicken, bestand hat:
Die Kinder müssen seither nun zwangsweise an einem religiösen Leben teil nehmen.

Verkehrte Welt.

Quellen:  TAZ , FAZ

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